In der Bundesliga

Friday, August 05, 2011

Ligaauftakt: HSV unterliegt dem Meister mit 1:3


05.08.2011

Borussia Dortmund gewann nach Toren von Kevin Großkreutz (2) und Mario Götze und dem Gegentreffer von Robert Tesche verdient mit 3:1. Der Meister war an diesem Tag eine Nummer zu groß für die junge Mannschaft von Trainer Michael Oenning.

Dortmund - Der HSV hat das Bundesligaauftaktspiel gegen Borussia Dortmund verloren. Die Rothosen unterlagen am Freitagabend (05.08.11) dem letztjährigen Deutschen Meister deutlich mit 1:3 (0:2). Die 80.720 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park sahen in der ersten Hälfte eine ganz starke Offensivvorstellung des BVB. Mit den beiden herrlichen Toren von Kevin Großkreutz (17.) und Mario Götze (30.) waren die Hamburger zur Halbzeit noch gut bedient. Nach dem Wechsel erhöhte Großkreutz (48.) mit seinem zweiten Treffer zunächst auf 3:0, ehe die Oenning-Elf sich gegen eine hohe Niederlage stemmte und ihrerseits durch den eingewechselten Robert Tesche auf 1:3 verkürzen konnte (79.).

Trainer Michael Oenning musste schon vor dem Anpfiff die erste schlechte Nachricht verdauen. Heung Min Son, in der Vorbereitung mit 18 Treffern bester HSV-Torschütze, musste mit Fieber draußen bleiben. Für ihn rückte allerdings kein geringerer als der Copa América Torschützenkönig Paolo Guerrero in die Startelf. Nezugang Per Skjelbred, eigentlich nur mitgekommen, um die Mannschaft besser kennenzulernen, rückte somit nach nur einem Training mit der Mannschaft überraschend schnell in den Kader. Im Mittelfeld bekam Tomas Rincón mit dem Selbstvertrauen der Südamerika-Meisterschaft den Vorzug vor David Jarolim.

Kagawa eröffnet das Offensiv-Feuerwerk

Der HSV wollte hinten gut stehen und nach vorne Nadelstiche setzen. Soweit der Plan. Dieser hätte schon nach zwei Minuten aufgehen können, doch der Schuss von Mladen Petric ging weit über das Tor. Vielleicht wäre ein Querpass in diesem Fall die bessere Wahl gewesen. Trotzdem schafften es die Hamburger in den ersten zehn Minuten, die Dortmunder ganz passabel vom eigenen Kasten fernzuhalten. Doch als Shinji Kagawa in der 14. Minute mit einem 20-Meter-Distanzschuss, der nur knapp am Tor vorbei rauschte, die erste Chance verzeichnete, war es vorbei mit der Struktur im HSV-Spiel. Borussia brannte nun ein Feuerwerk im Angriff und vor allem im Mittelfeld ab.
In der 17. Minute setzte Mario Götze einen seiner vielen Sololäufe an diesem Abend an und bediente den auf der linken Seite völlig frei gelaufenen Kevin Großkreutz, der aus 12 Metern an Jaroslav Drobny vorbei ins Netz traf. Doch damit nicht genug. Chancen folgten fast im Minutentakt. Kagawa traf in der 25. Minute mit seinem Schlenzernur den Pfosten, nachdem er zwei Leute an der Strafraumkante verladen hatte. Auch der Kopfball von Mats Hummels (26.) und der erneute Versuch von Kagawa (28.) verfehlten ihr Ziel jeweils nur knapp.
Götze trifft nach Traum-Kombination

Es folgte ein weiterer sehenswerter Auftritt von Götze, dem Shooting-Star der letzten Saison. Unwiderstehlich zog er im Mittelfeld zu einem Solo an, spielte mit Lewandowski, der den Ball mit der Hacke weiterleitete, einen feinen Doppelpass und schob überlegt an Drobny zum 2:0 in die Maschen (30.). Ein Wahnsinns-Tor! Und der HSV? Der fand in der Offensive so gut wie gar nicht statt. Paolo Guerrero zeigte dabei zusammen mit Gökhan Töre noch die meiste Ballsicherheit. Doch der Peruaner musste in der 42. Minute mit muskulären Problemen frühzeitig den Platz verlassen. Für ihn kam Änis Ben-Hatira in die Partie. Am Spielverlauf änderte das nichts.
Erneut Götze (36.) und Gündogan (45.) hatten weitere Großchancen. Dass es zur Halbzeit nur 0:2 stand, war ein wenig glücklich. Auch in Durchgang zwei ging es zunächst nur in eine Richtung. Die Zuschauer hatten es sich gerade wieder bequem gemacht, da zappelte der Ball schon wieder im Netz. Nach einer wiederum sehenswerten Kombination über Götze, Kagawa und Piszcek landete der Ball bei Großkreutz. Den ersten Schuss des Nationalspielers konnte Drobny noch parieren, doch der Ball flipperte durch die Abwehr und landete wieder vor den Füßen des Dortmunders, der aus zwei Metern einschieben konnte. 3:0!
Aufbäumen zum Schluss

Jetzt ging es nur noch um Schadensbegrenzung, dachten alle. Doch der HSV besann sich nun ein wenig mehr aufs Fußballspielen und es gab auch ein wenig Entlastung. Marcell Jansen bediente zunächst mit einer scharfen Hereingabe Petric, der im letzten Moment abgeblockt wurde, nur einige Minuten später bugsierte der in der Halbzeit eingewechselte Linksfuß den Ball ins Tor des BVB, soll aber zuvor Torhüter Roman Weidenfeller gefoult haben. Aus dem Gewühl traf schließlich der eingewechselte Robert Tesche zum 1:3-Ehrentreffer (79.). Mit der nächsten Chance von Töre und im zweiten Versuch von Jansen (80.) hätte es sogar noch einmal spannend werden können, doch das hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt.
Der Meister war an diesem Abend eine Nummer zu groß für die junge, neu formierte Hamburger Mannschaft, die sich in der Bundesliga sicher mit anderen Teams messen muss. Dortmund ist in dieser Frühform sicher auch in diesem Jahr wieder ein heißer Anwärter auf den Titel.

Das Spiel im Stenogramm:
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Santana, Hummels, Löwe (76.Perisic) - Bender, Gündogan - Götze (76.Kuba), Kagawa (90.Kehl), Großkreutz - Lewandowski
Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo - Kacar (73.Tesche), Rincón - Töre, Guerreo (42.Ben-Hatira), Elia (46.Jansen) - Petric
Tore: 1:0 Großkreutz (17.), 2:0 Götze (30.), 3:0 Großkreutz (48.), 3:1 Tesche (79.)
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Lewandowski / Kacar, Rincón
Gelb-Rote Karte: - / -
Rote Karte: - / -

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