In der Bundesliga

Saturday, September 25, 2010

Aufholjagd nicht belohnt - 2:3-Niederlage im Nordderby

25.09.2010

Der HSV holt einen 0:2-Rückstand innerhalb von vier Minuten durch Tore von van Nistelrooy und Pitroipa auf, doch muss sich am Ende mit 2:3 geschlagen geben.
Bremen/Hamburg - Der HSV hat das 93. Nordderby gegen Werder Bremen verloren. Die Rothosen unterlagen dem Kontrahenten von der Weser am Samstagabend (25.09.10) mit 2:3 (0:2). In der ersten Hälfte gingen die Gastgeber durch einen Schuss von Marco Marin, den Demel unglücklich abfälschte (25.), und ein Kopfballtor von Hugo Almeida (29.) innerhalb von vier Minuten mit 2:0 in Führung. Im zweiten Durchgang gelang ebenfalls ein fulminanter Doppelschlag. Diesmal duch den HSV, der durch die Tore von Ruud van Nistelrooy (59.) und Jonathan Pitroipa (63.) den Ausgleich erzielte. Doch Almeida besiegelte kurz vor dem Ende durch seinen zweiten Treffer (85.) die 2:3-Niederlage.

Es war für den HSV ein historisches Spiel, das da am Samstagabend im Weserstadion anstand. Für die Hamburger war es das 1.600. Bundesligaspiel - absoluter Rekord im Oberhaus. Zudem fand die Partie gegen Werder zum insgesamt 93. Mal statt und ist damit das häufigste Duell der Bundesliga-Geschichte. Im Gesamtvergleich hatte Werder die Nase knapp vorn: 30 Bremer Siegen standen 29 des HSV gegenüber, zudem gab es 33 Unentschieden. Diese Bilanz wollten die Rothosen im Topspiel des 6. Spieltages unbedingt ausgleichen, dafür veränderte Trainer Armin Veh seine Startaufstellung gegenüber dem Wolfsburg-Spiel ein wenig. Zé Roberto rückte auf die Position des Linksverteidigers, damit Jansen ins linke Mittelfeld vorrücken konnte, Zés Part im zentralen Mittelfeld übernahm Rincon. Zudem durfte Elia wieder in der Offensive ran. Petric und Pitroipa rotierten auf die Bank. Nicht mithelfen konnten Guerrero (Wadenverletzung), Aogo (Schambeinentzündung), Stepanek (Reha nach Kreuzbandriss), Castelen (Reha nach Knie-OP), Son (Aufbautraining nach Mittelfußbruch), Torun (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Diekmeier (HSV II). Auf Seiten der Bremer fehlten Boenisch (Knieoperation), Naldo (Knieprobleme) und Pasanen (Bänderdehnung).

Der HSV begann die Partie sehr offensiv. Bereits in des Gegners Hälfte wurde Werder attackiert und auch im Offensivspiel ging es recht flott. Bereits innerhalb der ersten fünf Minuten tauchte van Nistelrooy zwei Mal frei vor Werder-Keeper Wiese auf, stand jedoch beide Male einen halben Schritt im Abseits. Schade, doch es war ein Anzeichen dafür, wie die Rothosen diese Partie angingen. Und so setzte es sich auch fort, denn nach 20 Minuten hätte der HSV in Führung liegen müssen, nachdem Jansen den Ball scharf in die Mitte gepasst hatte und van Nistelrooy aus kurzer Distanz das Tor um wenige Zentimeter verfehlte. Doch wie so oft - plötzlich klingelte es hinten.
Konter der Bremer, Marin marschierte über links und wollte flanken, doch Demel fälschte den Ball so unglücklich ab, dass der sich über Rost hinweg ins lange Eck senkte (25.). Und als Almeida kurz darauf den Kopf den Kopf in einen Hunt-Freistoß hielt und auf 2:0 erhöhte, da war der bisherige Spielverlauf binnen drei Minuten komplett auf den Kopf gestellt. Denn eigentlich hatte bis dahin nur ein Team Fußball gespielt - und dieses Team war nun nach einer halben Stunde mit zwei Toren im Rückstand. Da bis zum Pausenpfiff auch nur noch eine richtig gute Chance für van Nistelrooy heraussprang, der Wiese überlupfte aber auch das Tor verfehlte, ging es mit diesem 0:2 in die Halbzeit.
Doppelschlag in vier Minuten

Doch was nach der Unterbrechung passierte, das war hochklassig. Der HSV fightete sich zurück ins Spiel, gab richtig Gas und wurde mit einem Doppelschlag belohnt. Und das, nachdem Armin Veh einen entscheidenden Wechsel vorgenommen hatte, nämlich die Hereinnahme von Pitroipa. Der setzte sich nach einer knappen Stunde auf der rechten Seite durch und passte in die Mitte zu van Nistelrooy, der den Ball mit der Hacke zum Anschlusstreffer ins Netz bugsierte. Ein überragendes Tor, das zusätzliche Kräfte freisetzte. Vor allem bei Pitroipa, der nur zwei Minuten später um ein Haar den Ausgleich erzielt hätte, im letzten Moment aber abgeblockt wurde.
Der anschließende Eckstoß landete jedoch erneut bei "Piet", und der hämmerte den Ball aus 20 Metern genau in den Torwinkel. Noch ein herrlicher Treffer und der verdiente Ausgleich, der die hochdramatische letzte halbe Stunde einläutete. In der duellierten sich beide Nordrivalen auf hohem Niveau und kamen jeweils zu guten Chancen. Die beste für Werder hatte Pizarro, der an Rost scheiterte, auf der anderen Seite war es Choupo-Moting, der kurz vorm Einschuss noch geblockt wurde. Und als man sich schon mit einer Punkteteilung anfreundete, da passierte es dann doch noch: Ballverlust von Trochowski in der Vorwärtsbewegung, Bremer Konter und über Wesley landete der Ball bei Almeida, der aus wenigen Metern nur noch einzuschieben brauchte. 2:3 in der 86. Minute - doch es war noch nicht Schluss. Der HSV warf alles nach vorne und wurde fast noch belohnt, doch van Nistelrooy brachte die letzten beiden Chancen nicht im Tor unter, so dass die Hamburger mit einer bitteren Niederlage den Weg nach Hause antreten mussten - und den gewünschten Bilanzausgleich verpassten.

Das Spiel im Stenogramm:
Werder Bremen: Wiese - Fritz (42.Bargfrede), Prödl, Mertesacker, Silvestre - Frings, Hunt (81.Jensen), Wesley, Marin - Pizarro (87.Wagner), Almeida
HSV: Rost - Demel, Westermann, Mathijsen, Zé Roberto - Jarolim, Rincon (46.Kacar) - Choupo-Moting, Elia (53.Pitroipa), Jansen (80.Trochowski) - van Nistelrooy
Tore: 1:0 Demel (ET, 25.), 2:0 Almeida (29.), 1:2 van Nistelrooy (59.), 2:2 Pitroipa (63.), 3:2 Almeida (85.)
Zuschauer: 36.300 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Gelbe Karten: Wiese, Marin / Elia, Rincon
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -

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