In der Bundesliga

Sunday, August 05, 2007

5:0-Sieg im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel

05.08.2007

Zufrieden mit der Leistung seines Teams: Huub Stevens

Kiel - Der Hamburger SV hat die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Beim schleswig-holsteinischen Oberligisten Holstein Kiel, der am Ende der vergangenen Saison aus der Regionalliga abgestiegen war, gewannen die Hamburger am Sonntag (05.08.07) verdient mit 5:0 (1:0). Die Treffer erzielten Rafael van der Vaart (25.), Mohamed Zidan (54.), Nigel de Jong (71.), Maxim Choupo-Moting (88.) und Romeo Castelen (90.). Die Rothosen zeigten eine engagierte Leistung, die mit dem verdienten Sieg belohnt wurde. Einziger Wehrmutstropfen: Verteidiger Bastian Reinhardt musste nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung aufgrund eines Platzverweises verfrüht den Platz verlassen (80.). Ansonsten gab es ausschließlich zufriedene Hamburger Gesichter zu sehen.

Bei heißen Temperaturen, einem prall gefüllten Stadion und erwartungsfrohen Kieler Fans, die sich schon weit vor dem Anpfiff mit den aus Hamburg angereisten Anhängern laute Gesangsduelle lieferten, fieberten alle Beteiligten dem Spiel der 1. Pokalrunde entgegen. Natürlich ging der HSV als Favorit ins Rennen, machte sich jedoch auf einen heißen Tanz gegen den vermeintlichen Underdog gefasst. Schließlich stellen die Kieler trotz ihres Abstiegs in die Oberliga eine sehr gute und erfahrene Mannschaft, die aus vielen Ex-Profis besteht. Unterschätzen also verboten! Deshalb überließ Huub Stevens nichts dem Zufall und bot die Elf auf, die beim 4:0-Erfolg im UI Cup gegen Dacia Chisinau von Beginn auflief.

Schrecksekunde zu Beginn

Die Anfangsphase des Duells Oberliga gegen Bundesliga verlief recht ausgeglichen. Zwar konnten die Hamburger mehr Ballbesitz vorweisen, kamen aber in den ersten Minuten nicht zu zwingenden Torraumszenen. Ganz anders die Kieler, die defensiv kompakt standen und in der 20. Minute auch die erste echte Torchance des Spiels für sich verbuchen konnten. Siedschlag setzte sich auf der rechten Außenbahn gut durch, seine scharfe Hereingabe landete am zweiten Pfosten bei Kiels einziger Spitze Famewo, doch der trat aus wenigen Metern Torentfernung über den Ball - durchatmen beim HSV.

Diese Aktion schien der Weckruf für die Hanseaten gewesen zu sein, denn fortan zogen die Mannen von Trainer Huub Stevens das Tempo merklich an und stellten die Weichen auf Sieg. Den Anfang machte Mannschaftskapitän Rafael van der Vaart, der mit einem satten Vollspannstoß die 1:0-Führung erzielte. David Jarolim hatte van der Vaart mit einem überlegten Pass in die Tiefe bedient und der Niederländer ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und vollendete mit seinem eigentlich etwas schwächeren rechten Fuß (25.). Nur drei Minuten später fiel das vermeintliche 2:0, doch Nigel de Jong stand bei seinem Treffer wohl wenige Zentimeter im Abseits, so dass Schiedsrichter Babak Rafati dem Treffer die Anerkennung verweigerte. An der Überlegenheit der Rothosen änderte dies jedoch nichts, bis zur Pause hätten die das Ergebnis noch in die Höhe schrauben können. Piotr Trochowski (33., 42.) und Ivica Olic (37.) verpassten jedoch das verdiente 2:0.

Zwei Treffer in Unterzahl

Das fiel dafür kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit, als Mohamed Zidan eine gelungene Kombination über Jarolim und Nigel de Jong gekonnt abschloss (54.). Von nun an war die Partie gelaufen. Holstein versuchte Schadensbegrenzung zu betreiben, während der HSV weiter nach vorne spielte. Nachdem Jarolim und van der Vaart bei ihrer Doppelchance das 3:0 verpassten (56.), sogte der auffällige de Jong für die endgültige Entscheidung, als er eine van der Vaart-Hereingabe per Kopf zum 3:0 im Kieler Kasten versenkte (71.). Zidan setzte nur eine Minute später beinahe noch einen drauf, scheiterte aber am guten Kieler Keeper Simon Henzler.

Für den hätte es ab der 80. Minute etwas ruhiger werden können, denn der zehn Minuten zuvor eingewechselte Bastian Reinhardt griff als letzter Mann zu unerlaubten Mitteln und sah dafür die Rote Karte. Fortan spielten die Gäste also in Unterzahl, ließen allerdings auch mit einem Mann weniger nie etwas anbrennen. Im Gegenteil: Sie berannten weiter Henzlers Tor. Nach einem super Solo vom eingewechselten Neuzugang Romeo Castelen war der ebenfalls neu ins Spiel gekommene Maxim Choupo-Moting frei durch, umspielte auch noch Henzler und schob zum 4:0 ein (88.). Dieser Treffer bedeutete allerdings noch nicht den Endstand. Den besorgte nämlich mit dem Schlusspfiff besagter Castelen, der den Ball aus spitzem Winkel zum auch in der Höhe verdienten 5:0 unter die Torlatte jagte und so die über 3.000 mitgereisten HSV-Anhänger jubeln ließ.

Das Spiel im Stenogramm:

Holstein Kiel: Henzler - Rohwer, Sandmann, Boy, Brückner - Schyrba, Hasse (74. Hummel), Mazingu-Dinzey (74. Werner), Siedschlag, Guscinas - Famewo (57. Wulff)

Hamburger SV: Rost - Demel, Mathijsen (70. Reinhardt), Kompany, Benjamin - de Jong, Jarolim, Trochwoski - van der Vaart (73. Castelen) - 11.Olic, 7 Zidan (81. Choupo-Moting)

Tore: 0:1 van der Vaart (25.), 0:2 Zidan (54.), 0:3 de Jong (71.), 0:4 Choupo-Moting (88.), 0:5 Castelen (90.)

Zuschauer: 11.500

Schiedsrichter: Babak Rafati

Gelbe Karten: Hasse / de Jong

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karte: - / Reinhardt (80.)

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