In der Bundesliga

Sunday, October 16, 2011

Ilicevic trifft beim Debüt! 2:1-Sieg in Freiburg


16.10.2011
Heung Min Son (12.) und Ivo Ilicevic (74.) trafen gegen starke Freiburger, für die Papiss Cisse zwar ein Tor erzielte (47.), aber auch einen Elfmeter verschoss (82.).
Freiburg - Der HSV konnte seinen Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Beim SC Freiburg gewannen die Rothosen am Sonntagnachmittag (16.10.11) mit 2:1 (1:0). Vor 24.000 Zuschauern im Badenova-Stadion ging die von Frank Arnesen betreute Mannschaft in der 12. Minute durch einen Kopfball von Heung Min Son in Führung. Bis zur Pause standen die Hamburger zudem sehr gut. Kurz nach dem Seitenwechsel traf allerdings HSV-Schreck Demba Papiss Cisse nach einer Unachtsamkeit in der Hintermannschaft zum verdienten 1:1-Ausgleich (47.). In der Folgezeit drückten die Freiburger auf den Siegtreffer, diesen erzielte aber Debütant Ivo Ilicevic. Kurz nach seiner Einwechslung und nach einem tollen Doppelpass mit Gökhan Töre traf der Kroate aus kurzer Distanz mit Vollspann zum 2:1 (74.). Der SC verschoss in Person von Cisse noch einen Foulelfmeter (82.). Nicht nur deshalb zwar ein glücklicher Erfolg der Rothosen, aber drei ganz wichtige Punkte.

Es war ein besonderes Spiel. Und das nicht nur, weil es um immens wichtige Punkte für den Klassenerhalt ging, oder weil der HSV seit dem 18.03.2000 nicht mehr in Freiburg hatte gewinnen können. Es war besonders, weil es so viele Geschichten schrieb. Zum Beispiel die von Frank Arnesen, der sich wohl auch nicht hätte träumen lassen, dass er nach dem Abpfiff von den über 2.000 mitgereisten HSV-Anhängern in die Fankurve gerufen und frenetisch gefeiert würde. Doch er nahm es dankend an, das Lächeln ins Gesicht zementiert. Denn er hatte in seinem ersten und einzigen Spiel als HSV-Cheftrainer die wichtigen drei Zähler gewonnen und dabei auch seine persönliche weiße Weste gewahrt. Denn Arnesen, der einst bei der PSV Einhoven ebenfalls als Sportchef auf dem Trainerstuhl aushalf, hatte damals seine sechs Spiele allesamt gewonnen. Und nun sein eines als HSV-Coach ebenfalls.

Drobny Garant für den Sieg

Frank Arnesen feiert einen historischen Sieg: Ungeschlagen tritt der Däne als HSV-Trainer ab.
Die Blumen reichte der Sportchef jedoch sofort weiter, und zwar an seinen Torhüter. Jaroslav Drobny hatte nämlich insbesondere in der zweiten Hälfte, als der Druck der Freiburger immer größer wurde, mehrfach sensationell gehalten. Gegen Cisse, gegen Makiadi, gegen Reisinger, gegen alle. Und als i-Tüpfelchen guckte er in der Schlussphase sogar noch den Elfmeter von Cisse um den Pfosten. Ein überragender Auftritt des zu Saisongbeinn gescholtenen Keepers, für den die minutenlangen Drobny-Sprechchöre aus der Fankurve Balsam für die Torhüter-Seele gewesen sein müssen. Er genoss sie, und zwar sichtlich, als sich das Team nach Schlusspfiff bei den mitgereisten Anhängern für den Support bedankte.
In seinem Arm: Ivo Ilicevic. Denn auch der hatte seine ganz eigene Geschichte zu diesem verrückten Fußballspiel beigetragen. Erstmals nach abgebrummter Sperre stand er im Kader und sah, wie seine neuen Teamkollegen die erste Halbzeit beherrschten, durch Sons Abstauber nach Petric-Lattenkracher, Töre-Ecke und Bruma-Kopfball auch in Führung gingen, dann aber im zweiten Abschnitt ins Schlingern kamen. Erst der schnelle Ausgleich durch Cisse, und dann im weiteren Verlauf diese vielen großen Chancen der Freiburger, die Drobny allesamt vereitelte. Und so kam er dann ins Spiel, um in der Schlussphase ein wenig für Entlastung zu sorgen, denn zu diesem Zeitpunkt, gut 20 Minuten vor dem Ende, wären alle Hamburger wohl mit dem Remis zufrieden gewesen. Doch nicht Ilicevic, der sich wenige Minuten nach seiner Einwechslung den Ball schnappte, Töre als Wand benutzte und ebenso eiskalt wie knallhart zum 2:1-Siegtreffer vollstreckte.

Jaroslav Drobny vereitelte mit tollen Paraden ein zweites Freiburger Tor.
Arnesen: Mission erfüllt!
Und so lagen sie sich dann schließlich alle in den Armen. Arnesen, Drobny, Ilicevic - und all die anderen Vollblutkämpfer, die diesen unter glücklichen Umständen zustande gekommenen, aber mit aller Macht und Kampfkraft verteidigten Sieg genossen. Ein Sieg, der die Tabellensituation etwas besser aussehen lässt. Zwar immer noch Platz 18, aber der Kontakt nach oben ist hergestellt. Und damit die Mission von Arnesen erfüllt. Er übergibt nun an Thorsten Fink, der mit dem Team im nun folgenden Doppelheimspiel gegen Wolfsburg und Kaiserslautern nachlegen will. Wer dann wohl die Geschichten schreiben wird?

Das Spiel im Stenogramm:
So könnten sie spielen:
SC Feiburg: Baumann - Hinkel (82.Nicu), Barth, Krmas, Bastians - Flum, Schuster - Putsila (74.Reisinger), Makiadi, Abdessadki (76.Dembele) - Cissé
Hamburger SV: Drobny - Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo - Kacar, Tesche - Lam (66.Ilicevic), Töre - Petric, Son (87.Jansen)
Tore: 0:1 Son (12.), 1:1 Cisse (47.), 1:2 Ilicevic (74.)
Zuschauer: 24000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Gelbe Karten: Schuster (24.) / Kacar (21.), Petric (45.), Drobny (90.)
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -

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