Dreimal Petric, Guerrero und Berg sichern dem HSV eine komfortable Ausgangsposition für das Rückspiel.
Trainer Bruno Labbadia musste seine Mannschaft nach dem Dortmund-Spiel nur auf einer Position umbauen. Für den an der Ferse verletzten Frank Rost stand Wolfgang Hesl zwischen den Pfosten. Der Torhüter verlebte bei 20 Grad die meiste Zeit einen ruhigen Abend. Die Rothosen mussten kurzfristig auf Marcell Jansen verzichten. Der Mittelfeldspieler bekam im Abschlusstraining am Mittwochabend einen Schlag auf das rechte Knie und musste passen. Die Labbadia-Elf startete gegen die wie erwartet defensiv eingestellten Gastgeber stark in die Partie. Eljero Elia ließ auf der linken Seite seinen Gegenspieler Deroff stehen und legte den Ball in die Mitte, dort staubte Paolo Guerrero aus dem Getümmel zur 1:0-Führung ab. Die Gastgeber auch in der Folge sehr defensiv – und dennoch mit 0:2 in Rückstand. Mladen Petric nahm in der 11. Minute Maß und hämmerte das Leder von der Strafraumkante unter die Latte.
Beruhigende Pausenführung
- Kopf und Fuß - Petric traf in der ersten Halbzeit gleich doppelt.
HSV-Coach Bruno Labbadia war angesichts der frühen Führung zufrieden und seine Mannschaft machte weiter Druck. In der 26. Minute flog der Ball von rechts in den Strafraum, Petric sagte Danke und nickte die Guerrero-Flanke zum 3:0-Halbzeitstand ein. Bezeichnend für die Dominanz der Hamburger: Guingamp schoss erst in der 40. Minute in Person von Saad zum ersten Mal auf das HSV-Tor. Auf der anderen Seite hatten Petric (28.) und Zé Roberto (38.) weitere gute Möglichkeiten, um das Ergebnis noch deutlicher ausfallen zu lassen. Zur zweiten Hälfte ließ Bruno Labbadia Angreifer Paolo Guerrero in der Kabine. Für den Peruaner kam Marcus Berg in die Partie.
Und der Schwede sollte gleich im Mittelpunkt stehen. Nach einem Zé Roberto-Pass tauchte er völlig frei vor dem Keeper Trévisan auf, doch der Ball ging nicht ins Tor (47.). Drei Minuten später klappte es besser. Wieder kam der Ball von der Seite vor das Tor und diesmal netzte Berg sicher per Kopf zum 4:0 ein. In der 61. Minute hätten die Rothosen das 5:0 erzielen müssen. Der eingewechselte Robert Tesche wurde mustergültig von Trochwoski in Szene gesetzt, doch der Schuss des Mittelfeldspielers stellte für den Torhüter der Gastgeber kein Problem da. Die Rothosen schalteten jetzt einen Gang zurück und so kam Guingamp zu seiner ersten Torchance. Doch Mathis schob den Ball völlig freistehend am HSV-Tor vorbei (65.). Das störte die Fans der Franzosen aber überhaupt nicht.
Trotz klarer Unterlegenheit ihrer Mannschaft lieferten sie sich Schlachtengesänge mit den 300 Mitgereisten. Die hätten in der 77. Minute eigentlich zum fünften Mal jubeln müssen, doch David Jarolim scheiterte freistehend vorm Torhüter. Ja, er ist eben nicht der große Torjäger – im Gegensatz zu Petric, der in der 86. Minute nach Pass von Trochowski Gegenspieler und Torhüter stehen ließ und zum 5:0 vollendete. Doch auch damit war noch nicht Schluss, denn die wacker kämpfenden Franzosen kamen in der Schlussminute durch eine unübersichtliche Aktion im HSV-Fünfmeterraum noch zum Anschlusstreffer, der die eigenen Fans versöhnlich stimmte und den Schlusspunkt unter einen unterhaltsamen Europapokalabend setzte.
Das Spiel im Stenogramm:
EA Guingamp: Trévisan - Deroff, Kone, Colleau, Saad - Diallo, Bellugou - Mathis, Ogunbiyi (68. Hamroun), El-Jadeyaoui (57. Giresse) - Grax (08. Scarpelli)
Hamburger SV: Hesl - Demel, Boateng, Mathijsen, Aogo - Zé Roberto (60. Tesche), Jarolim - Elia (Benjamin), Trochowski - Petric, Guerrero (46. Berg)
Tore: 0:1 Guerrero (07.), 0:2 Petric (11.), 0:3 Petric (26.), 0:4 Berg (51.), 0:5 Petric (86.), 1:5 Hesl (ET, 88.)
Schiedsrichter: Marcin Borski (Polen)
Zuschauer: 12000
Gelbe Karten: Colleau, Diallo / Jarolim, Boateng, Tesche
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -
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