In der Bundesliga

Saturday, June 02, 2007

EM-Qualifikation gegen San Marino

Deutsche Elf zaubert nur 20 Minuten

44 Minuten lang mussten die 40.000 Fußball-Fans im Nürnberger Frankenstadion warten, bis die deutsche Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel am Samstag (02.06.07) gegen San Marino in Fahrt kam. Dank einer schwungvollen zweiten Hälfte gewann die Löw-Elf 6:0 (1:0).

Christoph Metzelder im Tiefflug; Rechte: ap
Eine Halbzeit lang taten sich die Deutschen schwer.
Vor dem Spiel war nur die Höhe des Sieges diskutiert worden. Nach dem 13:0 im Hinspiel träumten viele von einem neuen Rekord. Der bisher höchste Erfolg einer deutschen Nationalelf war das 16:0 gegen Russland im Jahr 1912.

Bundestrainer Joachhim Löw setzte in der Anfangsformation auf die frisch gekürten Deutschen Meister Thomas Hitzlsperger und Roberto Hilbert vom VfB Stuttgart. Kevin Kuranyi und Miroslav Klose, der allerdings erneut enttäuschte, bildeten erstmals seit zwei Jahren das Sturmduo.

Deutschland in Handball-Formation

Eine besondere Aufgabe erhielt Routinier Bernd Schneider - er sollte Michael Ballack als Spielmacher ersetzen. Der Leverkusener war es auch, der die ersten gefährlichen Aktionen einleitete. In der 6. Minute spitzelte er einen Traumpass Richtung Miroslav Klose, der aber an Torwart Aldo Simoncini scheiterte. Vier Minuten später traf Schneider per Freistoß den Außenpfosten.

Schnell waren die Rollen verteilt: San Marino verbarrikadierte sich am eigenen 16er, wo sich Deutschland im Stil einer Handball-Mannschaft formierte. Die Gäste waren hoch motiviert, klammerten sich an jedes weiße Trikot, das zu entwischen drohte. Nach jedem abgeblockten Schuss, jeder guten Parade, klatschten sie sich ab. Die deutschen Nationalspieler taten dagegen nicht mehr als nötig und verzettelten sich in Einzelaktionen. Dennoch sprangen gute Chancen heraus, aber Kuranyi (13., 33.), Hitzlsperger (23.) und Klose (36.) fehlte die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Pfiffe von den Rängen

Kuranyi köpft das 1:0; Rechte: dpa
Die Erlösung: Kuranyi köpft das 1:0.
So vergingen 44 Minuten, von den Rängen ertönten erste Pfiffe. Diese wären nach dem Halbzeitpfiff wohl noch lauter geworden, wenn nicht Kuranyi kurz vorher per Kopf sein 18. Länderspieltor erzielt hätte. Nach einer langen Flanke überlupfte er den bis dahin starken Simoncini und erlöste sein zunehmend verkrampft wirkendes Team.

Kurz zuvor hätte es aber auch anders rum kommen können: Jens Lehmann hatte in der 43. Minute den Ball an der rechten Eckfahne am Fuß - sein erster Ballkontakt aus dem Spiel heraus - und passte direkt zu Manuel Marani. Der zog ab, und Lehmann parierte den Schuss außerhalb des Strafraums mit der Hand. Rot wäre die richtige Entscheidung gewesen, aber der finnische Schiedsrichter Tony Asumaa ließ weiterlaufen.

Torflut in Durchgang zwei

Nach der Pause war dann der Widerstand der Gäste gebrochen. Jansen traf mit seinem ersten Länderspieltreffer zum 2:0, nachdem Simoncini eine Ecke unterlaufen hatte, und Frings sorgte per Elfmeter für das 3:0. Abwehrspieler Davide Simoncini hatte Kuranyi im Strafraum festgehalten und musste dafür mit Gelb-Rot vom Platz. Dann kamen die Auftritte des eingewechselten Mario Gomez. Gerade zwei Minuten auf dem Platz, staubte der Stuttgarter nach einem Frings-Freistoß ab (4:0, 63.) und verwertete eine Jansen-Flanke mit der linken Hacke (5:0, 65.). Wieder nur zwei Minuten später erzielte Fritz sein erstes Länderspieltor nach schönem Doppelpass mit Frings (6:0, 67.).

Nach diesen 20 torreichen Minuten schalteten die Deutschen allerdings einige Gänge zurück, so dass es bis zum Schlusspfiff beim 6:0 blieb.

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