01.04.2007
Großer Jubel: der HSV klettert auf Platz zehn.
Hamburg - Der Hamburger SV hat einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klasssenerhalt gemacht. Am Sonntag (01.04.07) gewannen die Rothosen das Nordderby gegen den VfL Wolfsburg mit 1:0 (0:0). Schon in der ersten Halbzeit hätte die Stevens-Elf nach zahlreichen Möglichkeiten die Führung verdient gehabt, scheiterte aber im Abschluss oder an Torhüter Simon Jentzsch. Das Tor des Tages schoss schließlich Mehdi Mahdavikia in der 60. Minute. In der Schlussphase mussten die Hamburger noch die eine oder andere brenzlige Situation überstehen, gewannen am Ende aber verdient und zogen in der Tabelle am VfL vorbei auf den zehnten Platz.
HSV-Trainer Huub Stevens kehrte am Tag vor dem Spiel nach Hamburg zurück, nachdem er zuvor die Woche über bei seiner kranken Ehefrau in Holland weilte. Gegen die Wölfe musste er verletzungsbedingt auf fünf Spieler verzichten. Guy Demel (Reha nach Herzmuskelentzündung), Juan Pablo Sorin (Reha nach Muskelfaserriss), Vincent Kompany (Reha nach Achillessehnenriss), Mario Fillinger (Reha nach Knie-OP) sowie Paolo Guerrero (Achillessehnenentzündung) standen nicht zur Verfügung. Doch auch Klaus Augenthaler auf Seiten der Wolfsburger hatte nicht alle Mann an Bord, ihm fehlten Facundo Quiroga (Gelbsperre), Pablo Thiam (Rückenprobleme) und Julio dos Santos (Reha nach Beinbruch).
Torlos trotz totaler Dominanz
Die Partie begann so, wie sie über weite Strecken der 90 Minuten verlaufen sollte. Der HSV nahm vom Anpfiff weg das Zepter in die Hand, setzte den VfL Wolfsburg unter Druck und erspielte sich eine Vielzahl an Torchancen. Den Anfang machte Bastian Reinhardt, der seinen Kopfball jedoch ganz knapp neben das Tor setzte (7.). Und so ging es munter weiter. Mehdi Mahdavikias Kopfball nach perfekter Flanke von Boubacar Sanogo, der Schlenzer von Rafael van der Vaart nach tollem Mahdavikia-Solo über den halben Platz sowie van der Vaarts Lupfer, der auf statt unter die Torlatte prallte - bereits innerhalb der ersten 20 Minuten schrammten die Rothosen mehrfach nur Zentimeter an der verdienten Führung vorbei.
Mitte der ersten Halbzeit hatte der VfL Wolfsburg dann die erste Druckphase der Hamburger heil überstanden und formierte vor dem eigenen Strafraum ein Bollwerk, gegen das die HSVer zeitweilig kein probates Mittel fanden. Mitunter erinnerte das Geschehen an ein Handballspiel: zehn Wolfsburger standen am eigenen Strafraum, die Hamburger spielten um den Sechzehner herum und suchten nach der Lücke. Einzig Sanogo kam vor der Pause noch zu zwei guten Möglichkeiten, wurde aber erst im letzten Augenblick abgeblockt und zielte beim zweiten Versuch per Kopf nur knapp über das Tor (34., 39.). Die Gäste verzeichneten nicht einen einzigen Torschuss, so dass es mit einem für den VfL sehr schmeichelhaften 0:0 in die Pause ging.
Die Führung über die Zeit gebracht
Nach dem Seitenwechsel änderte sich nicht viel. Defensiv ließen die Rothosen überhaupt nichts anbrennen, zudem lahmte Wolfsburgs Offensivspiel, da insbesondere Kreativkopf Marcelinho von Nigel de Jong an die Kette genommen wurde und lediglich durch seine extravagante Frisur auffiel. Die Hamburger hingegen knüpften an das gute Spiel der ersten Hälfte an und verzeichneten nur vier Minuten nach Wiederanpfiff erneut durch van der Vaart den zweiten Aluminiumtreffer des Spiels. Dieses Mal war es der Pfosten, der die hochverdiente HSV-Führung verhinderte. Die hätte in der 55. Minute in weite Ferne rücken können, doch dieses Mal stand das Glück auf Seiten der Heimmannschaft.
Tim Atouba fälschte den ersten VfL-Torschuss des Spiels von Santana unglücklich ab, die Latte rettete den HSV vor einem Rückstand. Doch das war nur ein kurzes Aufblühen der Grün-Weißen, die nach genau einer Stunde doch noch das 0:1 hinnehmen mussten. Sanogo hatte auf Mahdavikia gepasst, der zu van der Vaart, dessen Hackentrick Jarolim ins Spiel brachte. Der Tscheche scheiterte zwar an Simon Jentzsch, doch Mahdavikia staubte eiskalt zum 1:0-Endstand ab. Dass dieses 1:0 bis zum Ende Bestand hatte, lag daran, dass der HSV in der hektischen und von VfL-Seite druckvoll geführten Schlussphase mit Glück und Geschick die verdiente Führung über die Zeit brachte.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV: Rost - Benjamin, Reinhardt, Mathijsen, Atouba - de Jong, Jarolim (90.Abel) - Mahdavikia, van der Vaart (77.Trochowski), Ben Hatira (80.Laas) - Sanogo
VfL Wolfsburg: Jentzsch - Möhrle, Madlung, Hofland, Van der Heyden - Makiadi (46.Makiadi), Santana, van der Leegte, Krzynowek (63.Menseguez) - Marcelinho - Klimowicz
Tore: 1:0 Mahdavikia (60.)
Schiedsrichter: Perl (München)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Jarolim, Mahdavikia / Hofland, Madlung, van der Leegte
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -
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