In der Bundesliga

Sunday, October 04, 2009

3:1-Erfolg gegen Hertha BSC



Durch eine starke Mannschaftsleistung bringen die Rothosen drei Punkte aus Berlin mit in die Hansestadt

Hamburg - Der Hamburger SV hat den 8. Spieltag erfolgreich beendet. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gewann am Sonntagabend (04.10.09) vor 45.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 3:1 (3:1) gegen Hertha BSC. Die Gastgeber waren in der achten Minute nach einem Eckball durch einen Kopfball von Arne Friedrich in Führung gegangen. Hertha-Abwehrspieler Kaka brachte die Rothosen in der 24. Minute per Kopfball-Eigentor wieder in die Partie zurück. David Jarolim erzielte für den HSV in der 38. Minute aus 36 Metern Torentfernung die 2:1-Führung. Vorausgegangen war eine unglückliche Kopfballabwehr von Hertha-Keeper Burchert. Nur 86 Sekunden später wollte der Berliner Torhüter erneut außerhalb des Strafraums klären und Zé Roberto netzte erneut aus 44 Metern zum 3:1 ein.

Bruno Labbadia vertraute beim Gastspiel in Berlin derselben Elf, die am Donnerstagabend (01.10.09) in der Europa League Hapoel Tel Aviv mit 4:2 geschlagen hatte. Das bedeutete, der Euro-Doppeltorschütze Marcus Berg begann neben Mladen Petric im Sturm, rechts erhielt Tunay Torun aufgrund seiner zuletzt guten Leistungen erneut den Vorzug vor dem wiedergenesenen Piotr Trochowski und feierte damit sein Startelf-Debüt in der Bundesliga. Die Berliner, die noch am Samstag Friedhelm Funkel als Nachfolger von Lucien Favre präsentiert hatten, begannen hoch motiviert und wollten zeigen, dass die Niederlagen-Serie der letzten Wochen, nicht das wahre Leistungsvermögen widerspiegelt.

Kurios: ein Eigentor und zwei Lupfer

Der Fliegende Burchert: helfende Kopfball-Vorlagen für die Rothosen.
Die Rothosen, ansonsten die Schnellstarter der Liga, kamen in den Anfangsminuten häufig einen Schritt zu spät. Und so gingen die Gastgeber nicht unverdient bereits in der 9. Spielminute in Führung. Nach einer Ecke von Patrick Ebert verlängerte am ersten Pfosten Adrian Ramos per Kopf, kurz vor dem zweiten Pfosten hatte sich Hertha-Kapitän Friedrich freigestohlen und nickte zum 1:0 ein. Eine kalte Dusche für die Elf von Bruno Labbadia, die allerdings nicht lange brauchte, um die passende Antwort zu präsentieren. Nach einer Flanke von Torun und einer Kopfballablage von Berg zirkelte Zé Roberto das Leder aus 16 Metern nur knapp am Gehäuse vorbei (15.). Der Weckruf.
In der Folgezeit drängten die Hamburger Hertha tief in die eigene Hälfte. Den Ausgleich besorgten die Berliner dann allerdings selber. Einen Pass von Jerome Boateng, der eigentlich für Petric gedacht war, köpfte Unglücksrabe Ramos in der 24. Minute an seinem herauseilenden Keeper Ochs vorbei ins eigene Tor. Nur eine Minute später klärte Guy Demel im letzten Moment vor Nicu (25.) – die letzte erwähnenswerte Chance der Hertha in der ersten Hälfte. Der HSV diktierte von nun an Spiel und Tempo. Und profitierte von einem Torhüter-Wechsel der Berliner. Für den Verletzten Timo Ochs kam in der 33. Minute Sascha Burchert in die Partie. Und der Nachwuchsmann stand nur kurze Zeit später im Mittelpunkt des Geschehens. Bei einem Steilpass von Eljero Elia auf den gestarteten Berg eilte Buchert aus seinem Gehäuse und klärte den Ball außerhalb des Sechzehners mit einem Flugkopfball – doch genau in die Beine von Jarolim, der ihn mit einem Lupfer aus gut 36 Metern überwand. Ein kurioses Tor.
Burchert zum Zweiten

Bereits der vierte Treffer von Zé Roberto in dieser Saison.
Nur 86 Sekunden später folgte fast die identische Szene. Diesmal klärte Burchart einen Pass auf Berg in die Füße von Zé Roberto, der nach einer kurzen Drehung ebenfalls aus gut 44 Metern zum 3:1 ins leere Tor schlenzte. Solche wahnsinnigen Szenen erlebt man wahrscheinlich nur, wenn man ganz unten in der Tabelle steht. Dem HSV war es egal und die Spieler freuten sich über die beruhigende Halbzeitführung, die zwar unter Mithilfe der Berliner zustande kam, aber keineswegs unverdient war. So schwungvoll und kurios die erste Hälfte aufhörte, so höhepunktarm präsentierte sich das Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit. Die Rothosen verwalteten das Ergebnis.
Der Ball lief abgeklärt durch die eigenen Reihen, Hertha war die Verunsicherung nach den unglücklichen Gegentoren deutlich anzumerken. Die erste gute Möglichkeit zum Anschlusstreffer hatte Kacar nach einem Eckball, als er freistehend aus fünf Metern über den Kasten von Frank Rost schoss. Der HSV-Schlussmann verlebte ansonsten einen eher ruhigen Nachmittag. In der Schlussphase wechselte Labbadia noch einmal munter durch und Trochowski und Jonathan Pitroipa kamen für Petric und Berg, später Mickael Tavares für Elia (89.). Sechs Minuten vor dem Ende prüfte der eingewechselte Domovchiyski Rost (84.) noch einmal mit einem Fernschuss. Am Ende blieb es aber beim verdienten 3:1-Sieg für den HSV.

Das Spiel im Stenogramm:
Hertha BSC Berlin: Ochs (33.Burchert) - Friedrich, Kaka, von Bergen, Pejcinovic - Kacar, Dardai - Ebert, Raffael (70.Domovchiyski), Nicu (56.Cesar) - Ramos
Hamburger SV: Rost - Demel, Mathijsen, Boateng, Aogo - Jarolim, Zé Roberto - Torun, Elia (89.Tavares) - Petric (63.Trochowski), Berg (78.Pitroipa)
Tore: 1:0 Friedrich (09.), 1:1 Kaka (24./ET.), 1:2 Jarolim (38.), 1:3 Zé Roberto (40.)
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Zuschauer: 45.000

Gelbe Karten: Friedrich, Ebert / -
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -

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