In der Bundesliga

Saturday, December 13, 2008

HSV siegt im Hinrunden-Finale mit 1:0

13.12.2008

Die Freude über die 1:0-Führung war bei den Rothosen groß

Hamburg - Der Hamburger SV hat am letzten Spieltag der Bundesliga-Hinrunde gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Martin Jol besiegte vor 55.247 Zuschauern in der HSH Nordbank Arena Eintracht Frankfurt mit 1:0 (0:0). Den goldenen Treffer der Partie erzielte Angreifer Mladen Petric in der 59. Minute per Kopf. Mit diesem Erfolg, den Torhüter Frank Rost in den Schlussminuten mit einer Glanztat sicherte, belegen die Rothosen den vierten Rang in der Tabelle.

HSV-Trainer Martin Jol hatte einige Sorgenfalten auf der Stirn. Ihm standen gleich fünf wichtige Spieler nicht zur Verfügung. Neben den Langzeitverletzten Tim Atouba (Achillessehnenriss), Romeo Castelen und Maxim Choupo-Moting (beide Aufbautraining nach Knie-OP) fehlten auch Nigel de Jong (Außenbandanriss), Alex Silva (Bänderriss) und Guy Demel (5. Gelbe Karte), so dass der Coach gegenüber den letzten Spielen etwas improvisieren musste. Jerome Boateng übernahm den Part hinten rechts, Collin Benjamin räumte im defensiven Mittelfeld ab. Auch Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel war zum Umbauen gezwungen, ihm standen Keeper Nikolov sowie Preuß, Bajramovic, Korkmaz, Meier, Spycher, Amanatidis und Chris nicht zur Verfügung.

Petric nickt ein

Die Partie begann sehr ausgeglichen, Frankfurt versteckte sich keinesfalls und suchte sein Heil in der Offensive. Doch auch die Hamburger legten den Vorwärtsgang ein und spielten auf Sieg. Die ersten beiden Warnschüsse gab Piotr Trochowski ab, der Ball verfehlte das Ziel jedoch jeweils um gut einen Meter (6., 17) und auch Mladen Petric köpfte nach 22 Minuten an gleicher Stelle knapp daneben. Das dickste Ding ereignete sich kurz vor der Halbzeit, und erneut war Petric beteiligt. Der Kroate köpfte eine Flanke von Jerome Boateng haarscharf am langen Pfosten vorbei. Hinter ihm lauerte noch Bastian Reinhardt, vielleicht hätte er sogar noch die bessere Einschussmöglichkeit gehabt.

Doch da die Frankfurter zwar gut mitspielten, sich jedoch keine zwingenden Tormöglichkeiten erarbeiten konnten, ging es zwangsläufig torlos in die Halbzeitpause. Die zweite Halbzeit begann mit einer Hundertprozentigen für den HSV, doch David Jarolim, der sich auf rechts durchgetankt hatte, hielt den Ball etwas zu lange. Dadurch wurde der Winkel zu spitz, und der Kapitän scheiterte vom Fünfmeterraumeck am herausstürzenden Keeper Pröll (49.). Zehn Minuten später war der Torhüter jedoch geschlagen - und wieder mal war es Petric, der goldrichtig stand und sein Tor machte. Trochowski hatte sich auf der rechten Außenbahn gut durchgesetzt, kurz aufgeschaut, den Kroaten in der Mitte freistehen sehen und scharf geflankt. Petric stahl sich im richtigen Augenblick von seinem Gegenspieler weg und nickte zur verdienten Führung ein. Pröll war zwar noch dran am Ball, konnte ihn aber nicht mehr am Überqueren der Torlinie hindern.

Rost sei Dank


Danach blieben die Hamburger am Drücker, Frankfurt schien von dem Gegentreffer leicht geschockt und kam phasenweise gar nicht mehr so richtig aus der eigenen Hälfte. So erspielten sich die Rothosen weitere Chancen, die jedoch das Ziel knapp verfehlten. Gleich zweimal war Piotr Trochowski der Absender und Bastian Reinhardt der Empfänger. Beide Male setzte Reinhardt sich in Kopfballduellen durch, köpfte jedoch knapp drüber und vorbei (71, 73.). Das gleiche Schicksal ereilte auch Paolo Guerrero und Piotr Trochowski, die in den letzten Minuten des Spiels ebenfalls noch einmal ihr Glück suchten und nur knapp verfehlten.

Guerrero mit rechts, er zielte rechts vorbei und traf das Außennetz. Trochowski mit links, er zog volley ab und der Ball drehte sich im letzten Augenblick noch um den Pfosten. Das hätte jeweils die Vorentscheidung bedeuten können. Und so wäre es beinahe doch noch so gekommen wie so oft im Fußball, denn einmal kam die Eintracht in der Schlussphase noch gefährlich vor das HSV-Tor. Frank Rost musste in höchster Not klären. Zweimal warf er sich in die Schussbahn von Fenin, der nach einem abgefälschten Schuss von Liberopoulos plötzlich völlig frei vor dem HSV-Keeper stand. Doch Rost parierte einmal im Fliegen, anschließend einmal im Liegen und rettete so den wichtigen Sieg. Nicht umsonst rannte unmittelbar nach Schlusspfiff das gesamte Team zum Keeper, um ihm zu danken und zu gratulieren. Denn die Hamburger bleiben dank dieses knappen, aber verdienten Sieges in der heimischen HSH Nordbank Arena ungeschlagen, fuhren den sechsten Sieg im siebten Spiel ein und überwintern in der Liga nun auf einem guten 4. Tabellenplatz.

Das Spiel im Stenogramm:

Hamburger SV: Rost - Boateng, Reinhardt, Mathijsen, Aogo - Benjamin, Jarolim, Jansen, Trochowski - Petric (88.Pitroipa), Olic (72.Guerrero)

Eintracht Frankfurt: Pröll - Ochs, Russ, Galindo, Köhler - Fink - Mahdavikia (82.Caio), Inamoto (70.Toski) - Steinhöfer - Liberopoulos, Fenin

Tore: 1:0 Petric (59.)

Zuschauer: 55.247

Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)

Gelbe Karten: Jarolim / Toski, Russ

Gelb-Rote Karte: - / -

Rote Karte: - / -

Taktische Aufstellung:

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